Aufwachen mit Blick auf’s Wasser, erstem Kaffee auf dem Steg, Laufen am Strand und dann zwar ran an die Arbeit, aber eben auch mit Blick aufs Wasser? Seit MC Winkel damals mit seiner Kombo “Büro am Strand” die Idee benannte, ging sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Und dass das durchaus auch an der Ostseeküste Spass machen kann, lernte ich in der Bucht der Projekte, der Project Bay – einem Coworking Space auf Rügen.

Wenige Stunden von Berlin

Wenige Stunden Anfahrt braucht es, um das Kleinod zu erreichen. Und dann ist alles da: Kaffee & Kühlschränke, Fahrräder & Flipcharts, StandUp-Paddling-Bretter & und jede Menge Schreibtische und Strandstühle mit Blick – nicht auf’s Meer aber auf den Bodden. Mit etwas Glück auch Sonnenuntergang, Übernachtungsmöglichkeiten und eine Fischräucherei in Laufweite. Auf jeden Fall aber Ruhe, um zu arbeiten, Pfade um den Kopf freizulaufen, Natur satt und bei Bedarf auch Gesprächspartner mit diversen Projekthintergründen. Coworking halt. Und last but not least: ein Gastgeber-Trio, das den Ort entwickelt hat, betreibt und belebt.

Es lässt sich dort alleine oder im Team gut ein paar Tage verbringen und ein Projekt aushecken, ein Konzept schreiben oder eine Auszeit genießen, es lässt sich genauso gut alleine anreisen und für ein paar Tage die Ruhe, die Natur und den Ausblick genießen – und es lässt sich natürlich auch gut von auf Rügen ansässigen Selbstständigen nutzen. In den Pausen stehen Kaffeemaschine und Kaltgetränke bereit, eine kurze Runde am Strand entlang pustet den Kopf durch und wer zwischendurch mal abtauchen mag – Bodden und Wald sind in weniger als 3 Minuten erreicht.

Büro am Strand – nicht ohne Musik

Wer die Auftritte des “Büro am Strand” damals verpasst hat, dem sei hier mit der Akustik-Variante auf die Sprünge geholfen: Immer wieder sonntags hieß es damals in Hamburg, denn die Jungs kamen aus Kiel

Die Jungs und es sind tatsächlich drei Jungs auf der ProjectBay haben auch immer Musik am Start, leise im Hintergrund sorgt sie für das Ambiente. Wen das stört, der zieht sich in einen der Ruheräume an der Seite zurück, da kann man dann auch telefonieren, zoomen oder mit den Kolleg*innen am anderen Ende Europas schnacken. Oder man macht mal früher Feierabend und erobert die Insel, so manches ist mit dem Fahrrad erreichbar, die Inselbahn bringt einen zu den übrigen Orten. Sie ist größer als ich dachte und – vielfältiger. Kreidefelsen kennen wir alle, aber auch weniger bekannte Ziele wie das Feuersteinfeld lohnen eine Runde in der Abendsonne.

Das Gute an einer Insel: Strand ist immer nah und das Wetter, wenn, dann nicht lange schlecht. Und es gibt viel Wald auf der Insel, der auch und gerade bei Nieselregen zu ausgedehnten Spaziergängen durchs Unterholz einlädt. Rügen hat einige Fans, die wissen, was sie an der Insel haben, und gleichzeitig wirkt sie vielerorts noch unentdeckt. Die Wege sind erschlossen und gut ausgeschildert, aber man darf auch noch selbst Ausschau halten nach Besonderheiten und Nischen. Die Lebensmittelläden decken den alltäglichen Bedarf, Restaurants gibt es auch. Und natürlich auch Herbergen, in denen nicht gearbeitet wird.

Lust bekommen?
Mein Orbanism-Kollege Leander Wattig berichtet von seinem permanenten Ostseeoffice in Bild und Text. In der Project Bay lassen sich Zimmer und Tische auf Zeit buchen, einzeln oder gemeinsam, und  wer noch unschlüssig, der kommt einfach mal auf einen Kaffee oder ein Feierabendbierchen vorbei und schaut sich alles an.

Ich sage Ahoi! und bis zum nächsten Konzept, das in Ruhe geschrieben werden will – mit Blick auf den Bodden und bei Bedarf einem Wald, der einfach mal zuhört.